Am 16. September 2026 ist die neue ISO 9001:2026 erschienen. Sie ersetzt die Fassung von 2015. Die gute Nachricht vorweg: Die Revision ist eine gezielte Weiterentwicklung, kein Umbau. Wer sein Managementsystem lebt, statt es zu verwalten, ist gut vorbereitet.
Die wichtigsten Änderungen
Qualitätskultur und ethisches Verhalten (5.1): Die oberste Leitung muss beides aktiv fördern und vorleben. Für mich die wichtigste Neuerung, denn Qualität ist immer auch Kultur.
Bewusstsein (7.3): Alle Mitarbeitenden sollen Qualitätskultur und ethisches Verhalten kennen.
Risiken und Chancen (6.1): getrennt in 6.1.2 „Maßnahmen zum Umgang mit Risiken“ und 6.1.3 „Maßnahmen zum Umgang mit Chancen“.
Qualitätspolitik (5.2): stärker am Kontext und an der strategischen Ausrichtung der Organisation orientiert.
Klimawandel (4.1): Die Ergänzung von 2024 ist fester Bestandteil. Zu prüfen ist, ob der Klimawandel für die Organisation ein relevantes Thema ist.
Struktur und Anhang A: an die harmonisierte Struktur angepasst, Anhang A deutlich überarbeitet. Neue Pflichten zu KI oder Digitalisierung gibt es nicht.
Zeitplan
Für die Umstellung bestehender Zertifikate ist eine Übergangsfrist von voraussichtlich drei Jahren vorgesehen, also bis etwa September 2029. Die verbindliche Frist legt das International Accreditation Forum (IAF) fest.
Mein Rat: einfach anfangen
GAP-Analyse: Wo erfüllt Ihr System die neuen Punkte bereits?
Qualitätskultur sichtbar machen: Was lebt die Führung heute vor, am Gemba und nicht im Handbuch?
Risiken und Chancen getrennt bewerten, jeweils mit echten Maßnahmen.
Umstellung mit dem nächsten regulären Audit planen, nicht als Extra-Projekt.
Nur so viel wie nötig: Die Revision ist eine gute Gelegenheit, das System zu entschlacken, statt neue Dokumente zu erzeugen.